Nach einer Explosion im 11ten Stock eines Kreuzberger Krankenhauses friert der Landwehrkanal zu und bleibt vereist. Im Sommer. Und das Krankenhaus hat eigentlich nur 9 Etagen … Victor, ein junger Berliner, sieht zunehmend Visionen aus der Vergangenheit Berlins und lernt den  Minotauren Oswald kennen, der ihm seine Stadt aus einem völlig anderen Blickwinkel zeigt. Als er von einem vermeindlich Fremden einen Hinweis auf seine eigene Geschichte erhält, beginnt Victor dass, was er bisher für die eigentliche Realität hielt, zunehmend in Frage zu stellen. Um die Gründe für die kollabierende Oberfläche Berlins zu begreifen, muss er in die Geschichte seiner Väter eintauchen.

 

Thomas Maria Malangeri (alias tausendschwarz) lebt und arbeitet seit 2007 in Berlin. Nach 11 Jahren  im Vertrieb einer Wuppertaler Siebdruckerei fiel die Entscheidung, sich ganz Berlin und der Zeichnerei zu widmen. Neben eigenen Einzelbilderserien zeichnet er für Schulbücher und Lehrmittel.

Die Chroniken von Zone B ist seine erste Graphic Novel.

 

Wie die Geschichte begann:

Im Winter 2009/2010 traf ich bei einem Spaziergang am Landwehrkanal einen älteren Herrn, ein Iraner wie sich herausstellte.  Auf die Frage, ob ich Photograf wäre, verneinte ich und erzählte ihm, dass ich Hintergrundphotos für Comiczeichnungen machen würde. Daraus entwickelte sich ein Gespräch über Spaziergänge im Winter und er stellte mir die Frage, ob ich mir vorstellen könnte, dass bei den sich ständig ändernden Klimaverhältnissen, der Landwehrkanal eines Tages im Sommer gefroren bliebe. Daraufhin drehte sich das Gespräch um Erderwärmung und um Verschiebung von Jahreszeiten. Am Kottbusser Damm verabschiedete sich der Herr mit Worten: “Und denken sie über meine Idee nach, wenn wir uns das nächste mal sehen, unterhalten wir uns weiter!”. Von da an hatte ich einen Storytitel im Kopf: “Der Sommer in dem der Landwehrkanal gefroren blieb”. Nur gab es noch keine Story dazu. Wenige Woche später las ich “Der geschenkte Gaul” von Hildegard Knef.  Nach der Passage über ihre eigene Geschichte im zweiten Weltkrieg wurde ich das Gefühl nicht los, als würde man besonders hier in Berlin regelrecht noch auf der Geschichte hocken, die nur in tieferen Schichten gleich unter einem verborgen liegt. Was wäre man die Oberfläche aufreissen könnte und die Geschichte darunter sichtbar würde? Oder die Geschichte wie eine Vulkanerruption durch die Oberfläche dringt? Ein Jahr, viele Bücher, Filme und Dokumentationen später wurden aus dem Storytitel “Der Sommer in dem der Landwehrkanalgefroren blieb”  Die Chroniken von Zone B. Eine Geschichte über die Frage nach der wahren Realität und Identität dieser Stadt, über den Umgang mit persönlichen Informationen bei Datenerhebungen oder im Internet, mit Zeitreisen in das Tausendjährige Reich der Deutschen und dem Landwehrkanal, der im Sommer gefroren blieb.

Die Chroniken von Zone B sind dem Herrn vom Landwehrkanal gewidmet, dessen Name ich leider nicht weiß und den ich noch nicht wiedergetroffen habe.